Familienidylle
Das Buch beginnt mit der Geschichte einer ganz normalen Familie in Fisher Hill, einem Vorort von Boston. Vater Douglas Cooper ist Pastor und Börsenmakler, seine irische Frau Maureen kümmert sich um die beiden Töchter Erin und Ruby. Erin ist die ältere Tochter, hübsch und Klassenbeste. Sie möchte in Harvard studieren. Ihr Freund Milo ist ebenso klug und will Arzt werden. Ruby hingegen ist eine durchschnittliche Schülerin und neidisch auf die Schönheit ihrer Schwester: „Wäre meine Schwester nicht so schön gewesen, dann wäre all das nie passiert.“ Und das, was passiert, verändert das Leben der Familie dramatisch.
Vorfall und Trennung
Ruby ist zum Zeitpunkt des Vorfalls 16 Jahre alt und behauptet, von Erins Freund Milo vergewaltigt worden zu sein. Während Erin zunächst an der Glaubwürdigkeit ihrer jüngeren Schwester zweifelt, muss schließlich auch sie dem DNA-Beweis glauben, obwohl Milo stets seine Unschuld beteuert. Die Wege der beiden Schwestern trennen sich. Ruby zieht mit ihrer Mutter nach Dublin, während Erin mit ihrem Vater in Boston bleibt.
Leben mit einer Lüge?
Doch hat die Vergewaltigung wirklich stattgefunden? Wer kennt die Wahrheit und wer nicht? Welchen Preis ist man bereit zu zahlen, damit die Familie und die finanzielle Sicherheit nicht zerstört werden?
Liz Nugent ist eine großartige Erzählerin. Vom ersten Satz an verfolgt man gespannt die Ereignisse, die von Neid, Eifersucht und dem Wunsch, die Familie zu schützen, angetrieben werden. Über fast 30 Jahre hinweg begleitet man die einzelnen Familienmitglieder, insbesondere Ruby und Erin, später auch Rubys Tochter Lucy. Spannend und fesselnd vom ersten bis zum letzten Satz.
Liz Nugent ist eine irische Schriftstellerin, die mit ihren Psycho-Thrillern bereits mehrere Preise gewonnen hat. Sie wurde 1967 in Dublin geboren und schreibt seit 2003 Geschichten.