Dieses Buch analysiert die als
•Mainstreamforschung
• bezeichnete zunehmende methodologische Vereinheitlichung in der musikpädagogischen Forschung. Es beleuchtet die epistemologischen, methodologischen und bildungspolitischen Grundannahmen empirischer Ansätze im Fach und leitet daraus ab, dass sich das Prinzip epistemischer Deliberation - ein offener Diskurs über Erkenntnisinteressen und Methoden - zunehmend in eine
•epidemische Deliberation
• verwandelt hat. Mit diesem Neologismus ist eine sich viral verbreitende Forschungspraxis gemeint, die Vielfalt verdrängt, Inhalte standardisiert und Innovation hemmt. Forschung erscheint als technisches Vollzugsverfahren: als
•Simulation des Als-ob
•. Gleichzeitig entwirft das Buch eine konstruktive Gegenposition: Es plädiert für einen pluralistischen, erkenntnisoffenen und theoriegeleiteten Forschungsbegriff. Methodologie, Wissenschaftstheorie und die ästhetischen Dimensionen wissenschaftlichen Arbeitens werden systematisch miteinander in Beziehung gesetzt - als Beitrag zu einem kritisch-reflektierten und kreativen Wissenschaftsverständnis in der Musikpädagogik.
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